29 Okt

FODMAPS

Immer mehr Menschen leiden an so genanntem Reizdarm und der Weizen soll schuld sein? Forscher untersuchten verschiedenste Teigbereitungen: nach einer Stunde Gehzeit der Teige hatten alle Getreidesorten den höchsten Gehalt an schwer verdaulichem Zucker, den FODMAPS, aber nach vier Stunden hatte selbst Weizenteig nur noch ein Zehntel davon, denn gärende Hefe “verdaut” den Zucker! Es kommt also nicht auf das Getreide an, sondern darauf, wie lange der Teig gehen darf und das ist in Großbäckereien leider oft nur eine Stunde.

14 Sep

Apfelzüchtung

Der Verein apfel:gut e.V. aus Hollingstedt in Schleswig-Flensburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Obstzüchtung wieder selber in die Hand zu nehmen und zurück in die Obstbetriebe zu holen. Die Initiatoren wollen vitale und gesunde Sorten hervorbringen, ganz ohne Eingriffe in die DNA. Zentraler Baustein ihres Konzepts ist die partizipative ökologische Züchtung. So arbeiten sie mit anderen Betrieben und Händlern zusammen und nehmen deren Ideen in ihre Arbeit mit auf.

Auch Grell Naturkost, unser Großhändler, zählt zu den Kooperationspartnern des Vereins und hat im August die ersten Äpfel junger Zuchtbäume aus dem Alten Land, vom Niederrhein und aus Hollingstedt bewertet. Eine Auswahl dieser neu gezüchteten Sorten geht nun an Erwerbsgärtnereien in die weitere Prüfung, bevor sie zur Sortenprüfung angemeldet werden.

Unser Großhändler fördert mit der Gerd Godt-Grell Stiftung seit Jahren die Züchtungsarbeit vom Apfel:gut Verein und leistet damit einen Beitrag zur Förderung von Biodiversität; denn Apfel:gut bringt wieder Robustheit, Geschmacksdiversität und Sortenvielfalt in das Angebot.

12 Mrz

Was sind samenfeste Sorten?

Samenfeste Sorten sind nachbaufähig
Samenfeste Sorten werden über Jahre auf bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung und Selektion gezüchtet. Diese Eigenschaften können Farbe, Geschmack, Form, Resistenzen, etc. sein. Vermehrt man diese Sorten über ihr Saatgut, erhält man in den nächsten Generationen Pflanzen mit denselben Eigenschaften – dies nennt man samenfest, sortenrein und nachbaufähig. Bevor die moderne Pflanzenzüchtung an Bedeutung gewann, war dies der Weg, um Sorten zu züchten und weiter zu entwickeln.

F1 – Kreuzung in erster Generation
Bei F1 gekennzeichnetem Saatgut handelt es sich um Hybrid-Züchtungen, die nicht samenfest sind. F1 ist eine Kreuzung in erster Generation. D. h. es werden zwei Sorten gekreuzt und bei sortenreinen Eltern erhält man in dieser ersten Generation einheitliche Nachkommen. Vermehrt man diese Pflanzen weiter, tritt in der nächsten Generation – der F2 – die größtmögliche genetische Aufspaltung auf. D. h. die genetischen Eigenschaften der Kreuzungspartner treten in den Nachkommen in den verschiedensten Variationen zu Tage. Wenn wir also bspw. aus einer gelben, runden F1 Zucchini Saatgut gewinnen und wieder ansäen werden wir nur einen Teil oder u. U. gar keine Zucchini mit diesen gelben und gleichzeitig runden Eigenschaften erhalten.

Die moderne Pflanzenzüchtung
In der modernen Pflanzenzüchtung werden F1-Hybriden jedoch nicht nur durch einfache Kreuzung erzeugt. Oftmals werden in der Natur nicht vorkommende Inzuchtlinien erzwungen, um in der F1 gewünschte Eigenschaften hervorzubringen oder im Labor über die Verschmelzung artfremder Zellen und Zellkerne sogenannte CMS-Hybriden geschaffen. Letztere können in sich steril sein. [Quelle: www.saveourseeds.org/gvo-sorten/cms-hybride]. Eine Vermehrung solcher Sorten ist entweder gar nicht möglich oder hat degenerierte Pflanzen zur Folge. Als Konsequenz hat Demeter bereits 2005 in seinen Richtlinien verfügt, dass CMS-Hybriden nicht mehr verwendet werden dürfen.

Was bedeutet dies für den Eigenanbau?
Durch das große F1-Angebot werden traditionelle samenfeste Sorten verdrängt. Dabei geht ein großer Reichtum an Züchtungsarbeit und genetischer Ressourcen verloren. Für die Vielfalt auf unseren Gartenbeeten sind samenfeste Sorten die bessere Wahl.

(Beitrag aus www.garten-des-lebens.de/f1-oder-samenfest-wo-liegt-der-unterschied)

Mit Bingenheimer Saatgut bieten wir samenfeste Sorten für Ihren Garten.

03 Feb

Über Gemeinwohl-Ökonomie

Aus dem Januar-Newsletter der Öko-statt-Ego-Bewegung:

„Verbraucher*innen haben die Macht, ökologische und faire Handels- und Lieferbeziehungen zu stärken – für die Umwelt und für die Menschen. Vom Acker bis zum Teller wollen wir wissen, was und wer dahintersteht. Wir wollen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen unterstützen und genossenschaftliche Strukturen fördern.

 

Zum Beispiel mit der Gemeinwohl-Ökonomie, einem ethischen Wirtschaftsmodell, das sich an Gemeinschaft und Nachhaltigkeit orientiert. Hier zählt nicht nur Profit, sondern auch, wie die Unternehmen das Gemeinwohl fördern: Wie ökologisch wird produziert? Wie sind die Arbeitsbedingungen und wie fair die Bezahlung? Und was tut das Unternehmen für die Gesellschaft, z.B. in Form von Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen? Solche Kriterien fließen in die Gemeinwohl-Bilanz des Betriebs ein. Eine gute Bilanz wird finanziell belohnt. So arbeiten jetzt schon Unternehmen wie Sonnentor, Taifun Tofu und BODAN – und viele andere aus unserer Branche.“

Mehr über Gemeinwohl-Ökonomie…

Klick-Tipps:

02 Dez

Gene Drives

Video des Wyss Instituts zum Mechanismus des Gene Drive (englisch)

Video: Wyss Institut zum Mechanismus Gene Drive (englisch)

In Verbindung mit neuen Gentechnik-Methoden wie CRISPR sollen „Gene Drives“ dafür sorgen, dass bestimmte DNA-Konstrukte rasch auf möglichst viele Nachkommen übergehen. Gentechniker erhoffen sich davon beispielsweise, ganze Moskito-Populationen schnell auszurotten.

In einem Bericht warnten die National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine der USA 2016 davor, dass Gene Drives „irreversible Auswirkungen auf Organismen und Ökosysteme“ haben könnten. Die rasante Entwicklung der Technologie sei zugleich „ermutigend und beunruhigend“. Nötig sei ökologische Risikobewertung. Es gebe aber noch zu viele „Wissenslücken“ bezüglich der Genetik von Populationen und der Dynamik von ökologischen Systemen.

Die kanadische ETC Group kritisierte, der Bericht sei zwar in einigen Punkten „exzellent“. Aber er lasse wichtige Fragen aus, z.B. militärische Anwendungen oder die Nahrungsmittelversorgung.

weitere Infos: Wie umgehen mit „Kettenreaktionen“?

01 Dez

Unsichtbare Gentechnik

Trotz neuartiger Verfahren: Gentechnik bleibt Gentechnik. So sieht das auch der Europäische Gerichtshof. Er hat 2018 festgelegt, dass auch moderne Zuchtverfahren wie „Genome Editing“ reguliert werden müssen. Das bedeutet Risikoprüfung, offizielle Zulassungsverfahren und Kennzeichnungspflicht. Die FDP will den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland dagegen erleichtern. Nutzpflanzen sollen anhand ihrer Eigenschaften und nicht anhand der Herstellungsmethoden bewertet werden. Generell gilt für Gentechnik: Der mögliche Nutzen heiligt nicht die Risiken. Gentechnik bietet keine langfristigen Lösungen für Klima- und Hungerkrisen. Im Gegenteil: Durch den Einsatz von gentechnisch veränderten Sorten wird die Monopolstellung von wenigen Saatgutkonzernen verstärkt – und damit auch die Abhängigkeit von Bauern und Bäuerinnen von diesen Unternehmen. Quelle: SPIEGEL ONLINE: „Verbraucherschutz: Parteien streiten über neue unsichtbare Gentechnik“, 08.11.19

KLICK-TIPPS ZUM THEMA:
• Eine neue Studie warnt: Die Freisetzung von Gentechnik-Organismen gefährdet den Artenschutz: deutschlandfunk.de
• Milliarden US-Dollar werden in Gentherapien mit „Crispr-Cas“ investiert. Doch die Gen-Schere verschnippelt sich häufiger als gedacht: tagesspiegel.de

14 Okt

Lebensmittel-Sicherheit

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 13. Oktober 2019. Zu den Äußerungen von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zum Thema Lebensmittelskandale/Lebensmittelkontrollen in der Bild-Zeitung vom 12.10. erklärt Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch:

„Indem Frau Klöckner allein an die Bundesländer appelliert, unternimmt sie einen ebenso plumpen wie billigen Versuch, von der eigenen Verantwortung abzulenken. Doch es ist wie im echten Leben: Wenn die Ministerin mit dem Zeigefinger auf andere zeigt, sind drei Finger auf sie selbst gerichtet. Es gibt nur deshalb immer wieder neue Skandale, weil die immer gleichen, längst bekannten Schwachstellen und Gesetzeslücken im europäischen und deutschen Lebensmittelrecht nicht beseitigt werden. Frau Klöckner hat in ihrer gesamten Amtszeit darüber kein Wort verloren und hat keinerlei Initiative ergriffen. Mit dieser Haltung ist die Ministerin das größte Risiko für die Lebensmittelsicherheit in Deutschland. Weiterlesen

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